Künstlerischer Werdegang

Geboren in Karlsruhe 12.06.1969
Handwerkliche Ausbildung in den Bereichen Maler und Lackierer, Schlosser 1985 bis 1989
beginnendes Interesse an Kunst

" In der Kindheit hatte ich bereits erste Berührung mit Malerei durch meinen Opa, der als Maler Schriftzüge, Plakate und Banner für Vereine gestaltete, unser Keller  war angefüllt mit Farben unterschiedlichster Sortimente.

In den folgenden Jahren widmete ich mich der Kunst mit Sprühdose und Graffitimalerei. Es folgte das Engagement zur Schaffung erster öffentlich anerkannter Graffitiflächen in der Stadt Karlsruhe. "
1988
gestalterische Auftragsarbeiten für die Stadt Karlsruhe zum Thema Kunst am Bau, Gestaltung mehrerer Unterführungen u.a. Mc Donalds in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, Malereinkauf MEK Gestaltung eines Schulungsraumes. 1991 bis 1994
Erweiterung der malerischen Techniken durch Anwendung der Airbrush, um die Wirkung von Licht und Schatten zu erkunden. ab 1992
Kunststudium an der freien Akademie der Bildenden Kunst in Freiburg. 1994 bis 1996
Auftragsarbeiten als freischaffender Künstler, Portraitbilder für Privatpersonen, Innenraumgestaltung und ähnliches. 1996
freie Arbeiten


seit 1997


Mein eigentlicher Ansatz,

die Graffitimalerei für mich zu entdecken, war die Belebung der grauen Stadt, der Eintönigkeit entgegen zu wirken. Schnell wurde das Malen von  Namenszügen und Icons zu eintönig, der gestalterische Gesamtausdruck fehlte, ich wollte großflächig arbeiten, heraus aus der Anonymität. Der Adrenalinkick als Graffitimaler reichte nicht mehr aus. Ich suchte die Herausforderung mit dem Betrachter, wollte im Tageslicht arbeiten, das Material sehen, zeigen, was gestaltet wurde.

Die Verwirklichung von Airbrush Auftragsarbeiten vornehmlich auf Motorhauben weckte nur übergangsweise mein Interesse. Zu sehr stand die Schönmalerei im Mittelpunkt, die Erwartung etwas darzustellen, gegenständlich zu machen.

In mir entwickelte sich der Anspruch eigene Vorstellungen umzusetzen. Durch die Portraitmalerei war ich auf Leinwand umgestiegen und wechselte nun von Acryl zu Ölfarbe, experimentierte mit Pinseltechniken, um z.B. eine Fellstruktur naturgetreuer zu erzielen und stieß insgesamt an die Grenze der Umsetzbarkeit meiner eigenen Ideen. Den Stillstand im malerischen Schaffen nutzte ich, um andere Ausdrucksformen künstlerischer Gestaltung für mich zu entdecken.

Die Fragen "Was ist Kunst?", "Was darf Kunst?" und "Wer bestimmt Kunst?" drängten sich in den Vordergrund.

Im Zentrum steht meine Entwicklungsfähigkeit als Künstler, d.h. die Fähigkeit, mich den Herausforderungen von Material und Gegebenheit zu stellen. Ich nutze die Möglichkeit, das Material zu betrachten, spielerisch und analytisch mit ihm umzugehen, zu verstehen, wie es reagiert. Ich kann mich vom Material inspirieren lassen, daran reiben und eventuell scheitern. Das Material bekommt die Möglichkeit, in veränderter Form in Erscheinung zu treten, in den Raum zu wirken. Je mehr meiner Energie in ein Kunstobjekt eingegeben wird, desto mehr Energie fließt in den Raum zurück. Dies macht mein Schaffen zur Kunst.

Raumobjekte ermöglichen mir überdies, Spannung im Raum zu erzeugen. Meine aus Passepartout-Karton gestalteten Würfel erzeugen nicht nur die Illusion, in die Tiefe zu gehen, sondern sie greifen wirklich in den Raum, sind räumlich. Ich gebe dem Würfel die Gelegenheit, sich dem Betrachter auf unterschiedliche Weise zu zeigen. Wird der Würfel auf eine Seite gelegt, nutzt er die Möglichkeit sich dem Raum anzupassen, stellt man ihn auf die Spitze, ergreift er die Chance, Spannung im Raum zu erzeugen. Dies ist unabhängig vom Betrachter, der durch seine eigene  Positionierung neue Spannungsverhältnisse erzeugt. Hierbei betrachte ich den Würfel nicht nur als Gegenstand, sondern mache ihn zum Subjekt, dem meine Energie innewohnt. Dabei kann  Form und Struktur des Kunstwerks als Ausdruck des inneren Gefühls/Empfinden des Künstlers verstanden werden.

Ferner wird das Spannungsverhältnis von Licht und Schatten in ihren vielfältigsten Formen erfahrbar. Einfarbige Reliefarbeit lebt vom Licht, bekommt  Kontur, macht das Objekt spannend. Je nach Betrachtungsweise wirkt das Kunstwerk ebenmäßig oder geschichtet.
Durch den Einsatz von farbiger Kantengestaltung kann die strukturierte Oberfläche der Würfel noch zusätzlich an Lebendigkeit gewinnen. Die individuelle Perspektive des Betrachters schafft eine lebendige Ordnung, die insgesamt beruhigend wirkt.

 

Ist die Erzeugung von Harmonie der eigentliche Auftrag von gestalterischer Kunst? Darf auch Disharmonie, Gesellschaftskritik in den Raum getragen werden?

Kunst hat nicht den Anspruch, schön zu sein
Kunst sollte Banalität zum Ausdruck bringen
Kunst sollte gesellschaftskritisch sein.